Sehr geehrte Ratsmitglieder,

die Formulierung der WAZ-Titelzeile finde ich nicht angemessen. Die Arbeit und die Verantwortung der meisten Ratsmitglieder wird hier nicht gewürdigt.

Ich habe an die WAZ/NRZ und an den Wochenanzeiger folgenden Leserbrief geschrieben:

Der Rat knickt nicht ein, er besinnt sich neu!

Alle Menschen machen mal Fehler. Auch Gruppen von Menschen sind nicht davor gefeit. Ein großer Fehler ist es aber, einen begangenen Fehler nicht einzugestehen. Nicht auf eine falsche Entscheidung zu beharren, sondern sich neu zu besinnen, ist für mich eher ein Zeichen von Stärke.

Und so beschäftigen sich nun Ratsmitglieder erneut und eingehender mit der Problematik und kommen womöglich zu einem anderen Entschluss. Auch wenn Herr Blanke und Frau Lauxen (Grüne) und Herr Runkler (FDP) wie Abrissbirnen die 9400 Unterschriften weghauen und auf ihren fest betonierten grünlich eingefärbten Pfad bleiben wollen.

Die Ratsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und erhalten eine Aufwandsentschädigung und Sitzungsgeld. Beides zusammen ist nicht besonders hoch. Die meisten Ratsmitglieder sind auch noch in einem anderen Beruf tätig.

Vor einer Ratssitzung erhalten die Ratsmitglieder die Unterlagen, über die debattiert und abgestimmt werden. Ich habe mal ein Ratsmitglied gefragt, ob er denn das Parkraumbewirtschaftungskonzept (64 Seiten) genau durchgelesen und verstanden hat. Seine Antwort: „Ach Herr Otto, wissen Sie, wir bekommen vor der Sitzung so einen Stapel (ca. 5 cm). Wir können das alles gar nicht durchlesen. Wir müssen uns auch darauf verlassen, dass die Verwaltung oder Fachausschüsse das gut vorbereitet haben und folgen auch oft deren Vorschlägen.“

Völlig klar, der Rat wurde mit den falschen Argumenten Umweltschutz und Parkraumnot überzeugt. Das Parkraumbewirtschaftungskonzept diente als Rechtfertigung dafür. Dabei kommt im Konzept nicht ein einziges mal das Wort Umweltschutz vor.

Auch wird immer wieder behauptet, die Bürger seien rechtzeitig informiert worden. Dazu kann ich nur sagen: Informieren ist nicht was Person A sagt, sondern wie es von Person B verstanden wird. Der Bürger wurde eben nicht im Vorhinein vom Ausmaß, besonders in Wohngebieten, informiert. Es wurde immer von der Innenstadt gesprochen. Ich hatte keine Ahnung, dass diese bis zur Brücktorstraße reicht.

Die neue Parkraumbewirtschaftung ist nicht sozial und nicht umweltfreundlich. Aber ich glaube daran, dass sie es noch werden kann. Die Bürgerinitiative hätte durchaus Vorschläge dazu.

Ich fördere seit über 30 Jahren Greenpeace und seit über 40 Jahren Aktion Friedensdorf, sowie weitere soziale Projekte mit festen monatlichen Beiträgen. Umweltschutz und soziales Engagement ist für mich eine wichtige Angelegenheit.

Ich hoffe, dass dieser Leserbrief in der Druckausgabe veröffentlicht wird. In der Online-Zeitung ist er bereits unter Kommentar veröffentlicht.

Ich wünsche keine Eskalation, sondern vielmehr ein Austausch an Meinungen und Argumenten, um eine für alle akzeptable Lösung zu finden.

Ihnen alles Gute

Klaus Otto

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