Oberhausen. Die LokalKlick-Redaktion erhielt einen offenen Brief an den Oberbürgermeister Daniel Schranz zur Parkraumbewirtschaftung in Oberhausen, den wir als Leserbrief hier veröffentlichen:

“Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schranz,

nur mit Unverständnis können wir, die Zentrale Ambulante Krankenpflege Gbr., Lothringer Str. 66 in 46045 Oberhausen, als mittelständisches Unternehmen im Bereich der Krankenpflege, bestimmte Detailregelungen der innerstädtischen Parkraumbewirtschaftung zur Kenntnis nehmen.

So ist es uns, obwohl wir für unsere Einsatzfahrzeuge entsprechende Sondergenehmigungen erworben haben, nicht erlaubt, diese vor unserem Firmensitz zu parken – nicht einmal zur Bestückung. Hierbei handelt es sich aus unserer Sicht um eine wirklichkeitsfremde Regelung, da der Einsatz für Pflegende bereits vor unserer Tür und nicht erst am Wohnort unserer Patienten beginnt.

In der Folge sind wir auf der einen Seite gezwungen, unsere Einsatzfahrzeuge nun außerhalb der Bewirtschaftungszone parken zu lassen, und unsere Mitarbeiter auf der anderen Seite, täglich von unseren Geschäftsräumen an der Lothringerstraße zu Fuß circa zehn Minuten zur Landwehr zu laufen, um von dort ihre Touren zu beginnen. Rechnet man nun also alle Hin- und Rückwege von insgesamt elf Touren täglich, so sind wir innerhalb eines Monats schon bei einem Arbeitszeitverlust von über 100 Stunden. Das Pensum einer Vollzeitstelle lässt sich personell in Zeiten des allgegenwärtigen Pflegenotstandes und Fachkräftemangels weder kompensieren, noch ließe es die aktuelle Arbeitsmarktsituation zu, neues Personal zu akquirieren.

Für unsere derzeitigen Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie alle für den Tag notwendigen Materialien wie Medikamente oder andere Hilfs- und Heilmittel von unseren Geschäftsräumen zum entfernten Parkplatz transportieren müssen. Eine Situation, die wir auf Dauer unseren Mitarbeitern, die sowieso schon durch die neue Parkraumbewirtschaftung finanziell erheblich belastet würden, nicht zumuten möchten. Für uns nachvollziehbar und ebenso problematisch ist, dass die betroffenen Mitarbeiter zum Teil über die Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses nachdenken, da weder die finanzielle Mehrbelastung noch der zu den außergewöhnlichen Arbeitszeiten schwierige Pendelweg in einem Verhältnis zu ihrem ohnehin körperlich und seelisch belastenden Engagement stehen.

Darüber hinaus entstehen auch uns als Unternehmen durch den täglichen Mehraufwand erhebliche Kosten, die sich auf eine für uns unmittelbar existenzbedrohende Summe belaufen – man bedenke, dass die Firmenfahrzeuge anderweitig kostenpflichtig untergebracht werden müssen, die Mehrstunden der Mitarbeiter schließlich bezahlt werden sollen und unsere Umsätze dadurch sinken, dass während dieser verlorenen Arbeitszeit keinerlei Patienten versorgt werden können. Gerade Letzteres ist nicht nur ein Problem ökonomischer, sondern mindestens genauso sozialer Natur, da ein Versorgungsengpass der Patienten bei gleichzeitiger Erhaltung eines hohen Pflegestandards in der Zukunft unausweichlich sein wird und dies gilt aufgrund der oben beschriebenen, sehr prekären Situation in der Pflege aller Voraussicht nach auch für alle anderen von der Parkraumbewirtschaftung betroffenen ambulanten Pflegedienste.

Unsere Versuche mit den zuständigen Stellen der Verwaltung hierüber eine zufriedenstellende Übereinkunft zu erzielen, waren leider erfolglos. Darum wenden wir uns auf diesem Wege an Sie, Herr Oberbürgermeister mit der Bitte um Unterstützung.

Mit erwartungsvollen Grüßen

Daniela Jablonka, Elke Vermöhlen und Dieter Meier, Oberhausen ”

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