Am 5. August 2020 habe ich an Herrn Knauff 14 Fragen zu den geplanten Fahrradgaragen gestellt. Am 8. August hatte ich noch eine Frage hinterher geschoben. Heute am 8. September habe ich die Antworten erhalten. Oder vielmehr, die meisten Fragen wurden nicht bzw. nicht klar beantwortet. Alle Fragen zur Höhe der Kosten und Platzbedarf konnten nicht beantwortet werden, da noch keine Planung vorliegt. Eine Bedarfsanalyse wurde nicht durchgeführt.

Mail von Hr. Knauff vom 08.09.2020

Sehr geehrter Herr Otto,

entschuldigen Sie bitte die späte Beantwortung Ihrer Anfrage.

Leider ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich Ihre Fragen abschließend zu beantworten, da es sich bisher nur um eine Förderantrag handelt. Der Förderantrag enthält noch keine detaillierte Planung der einzelnen Anlagen.  Die detaillierte Planung wird bei positiven Förderbescheid im Jahr 2021 beginnen.

Nachfolgend habe ich versucht Ihre Fragen nach aktuellen Stand zu beantworten:

  1. Wieviel Fläche (Breite x Tiefe) beansprucht eine Station von 10 Boxen ohne Leih-Lastenräder? Noch nicht bekannt bzw. noch keine Planung vorhanden.

2. Wieviel Fläche (Breite x Tiefe) beansprucht eine Station von 10 Boxen mit Leih-Lastenräder? Noch nicht bekannt bzw. noch keine Planung vorhanden.

3:    Wieviel Leih-Lastenfahrräder sind für die sechs Stationen vorgesehen? Voraussichtlich vorerst ein Lastenfahrrad pro Leihstation.

4. Sind in den einzelnen Boxen Ladevorrichtungen für E-Bikes vorgesehen? Ja.

5.    Wie hoch ist die Miete für eine Box pro Tag / pro Woche / pro Monat / pro Jahr? Die Boxen werden in der Anfangsphase kostenlos angeboten. Sollte es dabei zu Problemen kommen (z.B. Anmietungen ohne Nutzung) ist aber die Einführung einer Gebühr denkbar.

6.    Wie hoch ist die Miete für ein Leih-Lastenfahrrad pro Stunde / pro Tag?Die Anmietung ist Kostenlos. Es wird aber ggf. eine maximale Anmietdauer eingeführt.

7.    Wie hoch sind die laufenden Kosten für Wartung und Reparatur der Stationen und Geldautomaten pro Jahr? Die Kosten sind abhängig von der endgültigen Anlage bzw. dem Ausschreibungsergebnis. Es werden aber besonders wartungsarme Anlagen ausgeschrieben. Eine derartige Anlage wurde bereits am Bahnhof Sterkrade errichtet (DeinRadschloss).

8:    Wie hoch sind die Kosten für die Verwaltung der Stationen (Geld einsammeln, Geldzählen, Backoffice)? Die genauen Kosten sind auch hier noch nicht bekannt (siehe Frage 7). Die Buchung, Verwaltung und Bezahlung  wird aber eine Onlinebuchungssystem abgewickelt (Ähnlich der DeinRadschloss Anlagen am Bahnhof Sterkrade).

9.    Wie hoch sind die Kosten für Wartung und Reparatur der Leih-Lastenräder? Die genauen Kosten sind auch hier noch nicht bekannt (siehe Frage 7).

10.  Wurde eine Bedarfsanalyse im Bismarckviertel erstellt? Wurden Bürger repräsentativ befragt, ob sie diese Radgaragen möchten und diese auch nutzen werden? Es wurden die Strukturdaten betrachtet. Eine Umfrage wurde nicht durchgeführt. Eine Beteiligungsverfahren ist bei der Planung der Anlagen vorgesehen.

11.  Welcher Nutzungsgrad wird von dem Projekt erwartet? Ab welcher Auslastung wird das Projekt als sinnvoll erachtet? Der Förderantrag geht von einer 50%igen Auslastung im ersten Jahr aus, welche sich in den folgenden Jahren weiter erhöht. Grundsätzlich handelt es sich aber um ein Modellprojekt, welches erste Erkenntnisse sammeln soll.

12.  Sollen die Einnahmen aus Boxenmiete und Radvermietung die Kosten für Anschaffung und Unterhalt decken? Es werden vorerst keine Einnahmen generiert (Siehe Antwort 5 + 6).

13.  Wenn die Kosten nicht gedeckt werden, wer kommt dann dafür auf? Für die Unterhaltung alle öffentlichen und im Besitz der Stadt Oberhausen liegenden Verkehrsanlagen inkl. Radabstellanlagen ist die Stadt Oberhausen zuständig.

14.  Die Stationen können nur auf den jetzt bestehenden Parkplätzen aufgestellt werden. Wieviel Parkplätze werden dafür entfallen? Noch nicht bekannt bzw. noch keine Planung vorhanden.

Zusätzliche Frage aus meinen Schreiben an Hr. Knauff vom 8.8.2020

Gemäß dem Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ werden Projekte zur Verbesserung der Radverkehrssituation in konkret definierten Gebieten wie beispielsweise Wohnquartieren, Dorf- und Stadtteilzentren gefördert.

Hierzu habe ich die Frage: Ist das Bismarckviertel ein Wohngebiet oder ein Mischgebiet? Immerhin gibt es hier einige wenige Kleinbetriebe.

Und wenn es sich um ein Mischgebiet handelt, darf das Projekt „Fahrradgaragen“ dann gefördert werden?

Im Regionalen Flächennutzungsplan (RFNP) sind Wohnbauflächen und gemischte Bauflächen für das Bismarckviertel festgesetzt. Der Fördergeber fördert vorzugweise definierte Gebiet und nennt dabei z.B. Wohngebiet oder Stadtteilzentren. Dem Fördergeber geht es dabei aber nicht um die Festsetzungen im RFNP sondern um ein sinnvoll definiertes Gebiet für das Projekt. So werden auch Projekte gefördert, welche über die gesamte Stadt verteilt sind (z.B. RadWelle) oder sogar über die ganze Region (z.B. DeinRadschloss).

Die letzte Entscheidung, welche Projekt gefördert werden, liegt natürlich alleine beim Fördergeber.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Marcel Knauff

Nahmobilitätsmanager

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